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Pfarre

RegelmĂ€ĂŸige Pfarrdienste

Die regelmĂ€ĂŸigen Gottesdienste können Sie gerne unserem Pfarrblatt entnehmen. Download in der Navigationsleiste.

Zum Thema Firmung freuen wir uns, wenn Sie mit der Pfarre Probstdorf unter firmung@probstdorf.at in Kontakt treten.

FĂŒr alle ĂŒbrigen Anliegen, zum Beispiel Taufen, Hochzeiten, Gelegenheit zur Aussprache, allgemeine Fragen sonstiger Art, BegrĂ€bnisse, etc. erreichen Sie uns folgendermaßen: pfarre.probstdorf@aon.at

Kontakt:
Telefonnummer: 02215/2202 oder 0664/5420734
Pfarre Probstdorf
Weihen-Stephansplatz 3
2301 Probstdorf

Ein Wort zur Geschichte

Nach der Entscheidungsschlacht auf dem Lechfelde, in der König Otto I. im Jahr 955 ein ungarisches Heer besiegte, kamen die Donau- und AlpenlÀnder allmÀhlich wieder unter die Oberhoheit des Reiches (=zweite Landnahme). Das eroberte Land war grundsÀtzlich Eigentum des Königs (bzw. Kaisers), der es weiterschenkte oder als Lehen (=Leihgut) weitergab.

Die EmpfĂ€nger dieser Schenkungen oder Belehnungen waren entweder adelige oder geistliche Herrschaften (Domkapitel, Klöster, Kollegiatstifte, BistĂŒmer), durchwegs Bayern. Sie hatten die Aufgabe, das ĂŒbernommene Land zu kolonisieren und fĂŒr die Sicherheit zu sorgen.

Zu den geistlichen Herrschaften, die bei dieser zweiten Landnahme im Marchfeld bedacht wurden, gehörte auch das Kanonikerstift Weihenstephan ( Weihenstephan gehört heute zur Kreisstadt Freising und liegt eine knappe Autostunde nördlich von MĂŒnchen). Am 14. November 1021 beurkundet Kaiser Heinrich II. in Mehringen, dass er einen genau umschriebenen Teil der „Insel Sahsonaganc“ diesem monasterium S. Protomartyris Stephani (=MĂŒnster der ErzmĂ€rtyrers Stephanus) schenke. Die in der Urkunde genannten Grenzen des Gebietes umfassen die heutigen Orte Sachsengang/Oberhausen, Groß-Enzersdorf, Raasdorf, Großhofen, Pysdorf, Markgrafneusiedl, Rutzendorf, Probstdorf, Schönau/Ufer, Mannsdorf und Wittau.

Unmittelbar nach der Schenkung, also wahrscheinlich 1022/23, entstand eine erste Ansiedlung, die ihren Ursprung im Namen festhÀlt: Probstdorf = Dorf des Probstes. Probst = PrÀpositus = Vorgesetzter des Kollegiatstiftes Weihenstephan. Der damaligen PrioritÀt in der Kolonisierung folgend, entstand auch der erste Kirchenbau, vermutlich ein bescheidener Holzbau.

Besitzabtausch

Sehr bald dĂ€mmerte im fernen Weihenstephan die Erkenntnis, dass man in diesem gewaltigen Schenkungsgebiet, das noch dazu stĂ€ndig von den Ungarn bedroht war, auf verlorenem Posten stand. Man suchte den Besitz abzutauschen und fand im Bistum Freising den gewĂŒnschten Partner. Dieses Bistum hatte damals schon beachtliche Besitzungen in Niederösterreich und war sehr an der Sicherung des Donauweges interessiert.

So kam es 1030 zum Besitztausch zwischen Probst Arnold von Weihenstephan und Bischof Egilbert von Freising. FĂŒr den Marchfeldbesitz bekam Weihenstephan entsprechende Tauschobjekte in Bayern. Unmittelbar nach der Tauschaktion, vermutlich noch unter Bischof Egilbert (1005-1030), wurde die Pfarre Probstdorf gegrĂŒndet. Leider gibt es dazu keine Urkunde oder Inschrift. In seiner Dissertation schildert Dr. Manfred Schilder, dass die GrĂŒndung der Kirche in die Zeit der Herrschaft Weihenstephans, also zwischen 1021 und 1030, fallen mĂŒsse, eher jedoch zum frĂŒheren Zeitpunkt, da das Kanonikatstift Weihenstephan 1021 in eine Benediktinerabtei umgewandelt wurde und Weihenstephan seit dieser Zeit nur noch einen „Abt“ und nicht einen „Probst“ haben konnte, der fĂŒr Ort als Namensgeber auftreten konnte. In den ersten Regierungsjahren des Abtes Arnold (1021 bis ca. 1030) seien aber in Weihenstephan neben Mönchen auch Kanoniker in diesem Kloster erwĂ€hnt worden (Momumenta Boica). Es könne nun angenommen werden, dass wĂ€hrend der Regierungszeit des Abtes Arnold fĂŒr die im Kloster verbliebenen Kanoniker ein Probst als Vorstand im Amte war und dieser zum Namensgeber fĂŒr den Ort Probstdorf geworden sei. Beide Annahmen legen die Vermutung nahe, dass die Kirche in Probstdorf unmittelbar nach der Schenkung im Jahre 1021 gegrĂŒndet worden sei


Die Region entwickelt sich

Im Laufe der Jahrhunderte gingen aus der Mutterpfarre Probstdorf folgende Pfarren hervor: Orth (um1100), Witzelsdorf (um1200), Loimerdorf, Stophenreuth (um1200), Niederweiden (um 1400), Eckertsau, Engelhartstetten, Leopoldsdorf, Franzensdorf, Haringsee, Breitstetten.

Die LandesfĂŒrsten, die zum Schutz des „auswertigen“ Freisinger Besitzes bestellt wurden, nahmen einen immer entscheidenderen Einfluss auf die Besetzung der reichen Pfarre und so scheint Probstdorf spĂ€testens 1202 als „landesfĂŒrstliche Pfarre“ auf.

Von österreichischen Landesherren zum Regenten gewĂ€hlt, ĂŒbernahm der Böhmenkönig Ottokar II. Przemysl das Babenbergererbe. Um diesen Schritt zu legitimieren, ehelichte der 23-jĂ€hrige Böhmenkönig die damals 47-jĂ€hrige Margarethe, die Schwester des Friedrichs des Streitbaren. FĂŒr 27 Jahre wurde Probstdorf eine königlich-böhmische Pfarre und der damalige Pfarrer Magister Ulrich von Probstdorf (1256-1277) war der Protonotar ( = Kanzleichef) des Böhmenkönigs. Nach dem Sieg König Rudolfs von Habsburg wurde Österreich, und damit die landesfĂŒrstliche Pfarre Probstdorf, fĂŒr 640 Jahre habsburgisch.

In die erste Zeit der neuen Regentschaft könnte die Verleihung des Marktrechtes an Probstdorf fallen. Dabei handelt es sich vielleicht um den Versuch, Probstdorf als Verwaltungsmittelpunkt fĂŒr die Region zu etablieren. Ein Versuch, der spĂ€testens zu dem Zeitpunkt gescheitert war, als Berthold von Wehingen Bischof von Freising war (1381-1410) und als Kanzler des Reiches die Erhebung des Ortes „Encinesdorf“ zur Stadt veranlasste.

Ein anderer Grund fĂŒr die Verleihung des Marktrechtes könnte das zum probstdorfer Bereich gehörende „Passagium“ (=Überfahrtsrecht ĂŒber die Donau) von Urfahr (heute ein Teil von Schönau) sein. Der damals viel weitlĂ€ufigere DonauĂŒbergang wurde durch die Veste Sachsengang geschĂŒtzt. Damit kamen einige Einnahmen herein und es entwickelte sich die bereits seit den Römern etablierte Handelsroute ĂŒber Fischamend nach Ungarn. Schilder geht davon aus, dass sich Probstdorf, anstatt Groß- Enzersdorf, als Hauptsitz des ganzen Gutsbetriebes entwickelt hĂ€tte, wenn die LĂ€ndereien lĂ€nger im Besitz von Weihenstephan geblieben wĂ€ren. Ein kleiner Ausschnitt vergrĂ¶ĂŸert: Das Jahr 1783 Im Jahr 1783 umfasst die Pfarre Probstdorf den Pfarrort (298 Einwohner), sowie die Filialen Rutzendorf (319 Einwohner), Andlersdorf (193 Einwohner), Matzneusiedl (48 Einwohner), Schönau (170 Einwohner), Urfahr (63 Einwohner) und Mannsdorf (346 Einwohner) – insgesamt also 1570 „Seelen“. Der damalige Pfarrer von Probstdorf, Probst Dr. Marcus Antonius Wittola (1774-1797), war ein enger Vertrauter der Kaiserin Maria Theresia gewesen und als Berater ihres Sohnes Joseph II. maßgeblich an der Ausarbeitung des „Toleranzpatentes“ beteiligt. Er hat auch an der umfassenden Neuordnung der kirchlichen Strukturen mitgewirkt. Es soll noch hinzugefĂŒgt werden, dass die Pfarre Probstdorf damals zur Diözese Passau gehörte. Erst 1785 wurden durch Kaiser Joseph II. die Diözesangrenzen völlig neu geregelt und unser Gebiet dem Erzbistum Wien unterstellt (in diesem Zuge wurde Probstdorf auch zum Dekanat).

Die Heutigen

Heute bilden Oberhausen, Wittau, Probstdorf und Schönau die Pfarre Probstdorf.
Filialkirche zum hl. Johannes dem TĂ€ufer
Oberhausen - frĂŒher Ober- und Niederhausen, was die Siedlung um die Burg Sachsengang beschrieb)
Filialkirche zum hl. Nikolaus
Wittau - frĂŒher WITOWWE; WITU = althochdeutsch = Holz, also: WITOWE= Holzau, in einem spĂ€teren Zehentverzeichnis: WITAWE, im Visitationsprotokoll aus dem Jahr 1543/44 wird vom „Kirchl in Widau“ gesprochen
Filialkirche zum hl. Nikolaus
Schönau – frĂŒher SCHOENNA genannt, 1296 findet sich die Bezeichnung SCHOENNACH, also „an der schönen Ache“-im Hinblick auf einen relativ gefahrlosen Donauarm (daher die Überfuhr). Ein Schönauer Ortsteil fĂŒhrt heute noch den Namen „Urfahr“ (=ist die Stelle am Ufer, von der aus man ĂŒberfĂ€hrt). Diese Überfuhr war im Hochmittelalter fĂŒr den Ort Schönau so bedeutsam, dass in den Freisinger Urbaren von 1296 und 1316 das „Passagium“ (=FĂ€hrgeld) als eigene Einnahmequelle aufscheint.
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